Innen

Innen bezeichnet im Gedankenfühlen-Modell die erlebte Innenwelt eines Menschen: den Raum, in dem Wahrnehmung zu Bedeutung wird, Gefühle auftauchen, Gedanken sprechen, Erinnerungen wirken und Entscheidungen entstehen. „Innen“ ist nicht nur „im Kopf“, sondern ein ganzer Erfahrungsraum aus Körper, Gefühl, Sprache und implizitem Wissen.
Kurzform:
1) Innen ist kein Ort, sondern ein Raumzustand
„Innen“ ist nicht anatomisch gemeint, sondern phänomenologisch:
- Was ist gerade da?
- Wie ist es gefärbt?
- Wie weit oder eng ist der Raum?
Innen kann weit sein (klar, offen, beweglich) oder eng (fixiert, geladen, überflutet).
2) Bausteine des Innen
Im Gedankenfühlen besteht „Innen“ typischerweise aus:
- Wahrnehmung (was kommt an?)
- Bedeutung (was heißt es?)
- Gefühl/Fühlen (Resonanz als Information)
- Körperzustand (Sicherheit/Unsicherheit)
- Aufmerksamkeit/Fokus (wohin geht die Energie?)
- Erfahrung/Erfahrungswissen (Vergangenheit/Zukunft-Abgleich)
- Unbewusstes (Automatik, Ladung, Schutzprogramme)
Innen ist also eine dynamische Landschaft, nicht ein statischer „Charakter“.
3) Innen und Worte: Orte im Raum
Worte sind im Modell Orte, die Innen strukturieren:
- ein Wort kann einen großen oder kleinen Raum öffnen
- je nach Ladung wird Innen ruhig oder eng
- Worte können Werkzeuge sein – oder Wahrheiten werden
Darum ist Innen nicht unabhängig von Sprache: Sprache ordnet, aber sie kann auch übermächtig werden.
4) Innen und Wir: zwei Räume, eine Brücke
Innen ist immer im Kontakt mit Außen/Wir:
- Beziehung kann Innen weiten (Sicherheit, Würde, Co-Regulation)
- Beziehung kann Innen verengen (Scham, Verachtung, Kontrolle)
Der Wir-Raum ist die Brücke: Er entscheidet, ob Innen sicher bewohnbar bleibt.
5) Ziel im Gedankenfühlen: Innen wird begehbar
Viele Menschen erleben Innen wie ein Chaosraum oder wie einen engen Tunnel. Gedankenfühlen zielt darauf, Innen wieder begehbar zu machen:
- Gewahrsein vergrößert Raum
- Bedeutung wird differenziert
- Ladung wird regulierbar
- Spannung wird haltbar
- Handlung ersetzt Reaktion
Kurz: Innen wird nicht „perfekt“, aber frei.
Kurzform
Innen ist im Gedankenfühlen die dynamische Innenwelt als Bewusstseinsraum: Körper, Gefühl, Wort, Bedeutung und Erfahrungswissen bilden die Landschaft deines Erlebens. Innen kann weit oder eng sein – und wird durch Sprache, Ladung und Beziehung geprägt. Entwicklung heißt: Innen begehbar machen, damit Wahlfreiheit und Verbundenheit möglich werden.
Weiter mit Außen


