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Bewusstsein

  • By Michael Blanz

Bewusstsein ist im Gedankenfühlen-Modell kein „Ding“ im Kopf, sondern die offene Möglichkeit des Erlebens: ein Raum, in dem alles, was geschieht, überhaupt erscheinen kann – Wahrnehmung, Worte, Bedeutungen, Gefühle, Erinnerungen, Erwartungen.

Bewusstsein ist nicht primär Inhalt, sondern Bedingung für Inhalt.

Bewusstsein als Raum statt als Stimme

Viele Menschen verwechseln Bewusstsein mit dem inneren Sprechen („der Verstand“, „die Gedankenstimme“). Im Gedankenfühlen-Modell ist das innere Sprechen jedoch nur ein Inhalt im Bewusstsein, nicht das Bewusstsein selbst.

  • Gedanken sind Wolken.
  • Bewusstsein ist der Himmel.

Je mehr Bewusstsein als Raum erfahren wird, desto weniger müssen Wolken verschwinden – sie können da sein, ohne zu bestimmen.

Wenn man dich bittet, den Raum, in dem du dich gerade befindest, zu beschreiben, wirst du die Dinge im Raum benennen, doch das ist nicht der Raum selbst. Der Raum ist nicht die Wand, der Boden, oder die Decke, es ist das, was den Dingen ihren Ort gibt.

Bewusstsein und Wort-Macht

Worte werden dann mächtig, wenn Bewusstsein eng wird: Das Wort sitzt im Zentrum, füllt den ganzen Raum aus, wird zur Wahrheit und zwingt zur Reaktion. Wird Bewusstsein weiter, verändert sich die Wirkung:

  • Das Wort kann betrachtet werden, ohne geglaubt zu werden.
  • Bedeutung wird beweglich statt fixiert.
  • Gefühle werden Resonanz statt Steuerung.

So wird Bewusstsein zur Voraussetzung dafür, Worte zu entmachten und wieder als Werkzeuge zu nutzen.

Bewusstsein und Sinn

Bewusstsein ist der Ort, an dem Sinn auftaucht: Sinn wird nicht gefunden wie ein Objekt, sondern entsteht als Beziehung zwischen dem Erlebten und dem Erlebenden. In diesem Sinn ist Bewusstsein der Raum, in dem „Sinn“ möglich wird – und zugleich der Raum, in dem Sinn wieder losgelassen werden kann, ohne dass das Wahre verschwindet.

Bewusstsein und Hier-und-Jetzt

Im Hier-und-Jetzt zeigt sich Bewusstsein am deutlichsten: nicht als Gedanke über Zeit, sondern als Gegenwärtigkeit. Das Jetzt ist nicht nur ein Zeitpunkt, sondern die Form, in der Bewusstsein unmittelbar ist. Je klarer diese Gegenwärtigkeit, desto weniger wird das Erleben von Vergangenheit oder Zukunft regiert.

Kurzform:
Bewusstsein ist im Gedankenfühlen-Modell der offene Raum des Erlebens – der Himmel, in dem Gedankenwolken ziehen. Es ist die Voraussetzung dafür, Worte als Werkzeuge zu erkennen, Bedeutungen zu bewegen und nicht aus Ladung zu reagieren, sondern aus Gegenwärtigkeit zu handeln.

dad

Bewusstsein ist im Gedankenfühlen-Modell kein Container, keine Substanz und kein „Ort hinter den Augen“, sondern die dynamische Gesamtheit aller aktuell und potenziell verfügbaren Wort-, Bedeutungs- und Raumstrukturen inklusive ihrer Beziehungen und Ladungen.

Bewusstsein ist damit kein Ding, sondern ein Ordnungsprozess:
Es entsteht dort, wo Worte Räume strukturieren, Bedeutungen unterscheiden und Relationen wahrnehmbar werden.

Kurzform:

Bewusstsein ist die Fähigkeit, in sprachlich erzeugten Räumen zu unterscheiden, zu positionieren und Beziehung herzustellen.

Abgrenzung zu verwandten Begriffen

  • Bewusstsein vs. Aufmerksamkeit
    • Bewusstsein = Gesamtraum der möglichen Unterscheidungen
    • Aufmerksamkeit = momentane Fokussierung innerhalb dieses Raums
  • Bewusstsein vs. Denken
    • Denken = aktive Bewegung/Operation im Bewusstsein
    • Bewusstsein = die Struktur, in der Denken überhaupt möglich ist
  • Bewusstsein vs. Emotion
    • Emotion = Aktivierungszustand
    • Bewusstsein = die strukturierte Voraussetzung, in der Emotion als Bedeutung auftaucht
  • Bewusstsein vs. Körper
    • Körper = reagierendes System
    • Bewusstsein = organisierende Bedeutungsinstanz
  • Bewusstsein vs. Unterbewusstsein
    • Unterbewusstsein = nicht-aktualisierte oder abgeschlossene Wort-Räume
    • kein separater Ort, sondern Zugänglichkeitsgrad von Räumen

Einordnung im Gedankenfühlen-Modell

Bewusstsein ist die Meta-Ebene, auf der alle anderen Ebenen wirksam werden:

  • Worte existieren im Bewusstsein
  • Begriffe strukturieren Bewusstsein
  • Räume sind die Form von Bewusstsein
  • Ladungen modulieren Bewusstsein
  • Trigger verschieben Bewusstseinszustände
  • Abwehrmechanismen verengen oder verzerren Bewusstsein

Damit gilt:

Bewusstsein ist nicht der Inhalt,
sondern die Ordnung des Inhalts.

Ein „erweitertes“ oder „verengtes“ Bewusstsein meint im Modell keinen mystischen Zustand, sondern:

  • mehr oder weniger zugängliche Wort-Räume
  • mehr oder weniger Beziehungsoptionen
  • mehr oder weniger Trennschärfe zwischen Begriffen

Strukturmerkmale von Bewusstsein

Bewusstsein kann beschrieben werden als:

  • weit / eng
  • differenziert / undifferenziert
  • beweglich / fixiert
  • offen / defensiv
  • kohärent / fragmentiert

Diese Merkmale ergeben sich nicht aus Intensität, sondern aus Struktur.

Vokal-Ebene im Wort „Bewusstsein“

Vokale im Wort:

  • e – u – i – a (je nach Aussprachevariante leicht verschoben)

Das Wort trägt damit keinen einzelnen Resonanzraum, sondern eine vertikale Spannweite.

Chakra–Vokal-Strukturebene (Ergänzung)

Nach deiner Zuordnung:

  • E = Vishuddha (Kehle)
  • U = Muladhara (Wurzel)
  • I = Ajna (Stirn)
  • A = Anahata (Herz)

Strukturelle Lesart:
„Bewusstsein“ spannt klanglich einen vollständigen inneren Korridor:

  • Verankerung (U)
  • Artikulation / Differenzierung (E)
  • Wahrnehmung / Übersicht (I)
  • Beziehung / Sinn (A)

Das passt exakt zur Modellfunktion:

Bewusstsein ist die verbindende Ordnungsebene,
nicht lokal, sondern durchgängig.

Modellrelevante Konsequenz

Wenn Bewusstsein strukturell ist:

  • kann es nicht „repariert“, sondern nur umorganisiert werden
  • Veränderung geschieht durch Begriffsarbeit, nicht durch Intensivierung
  • „Bewusstwerdung“ bedeutet:
    → zuvor getrennte oder geladene Wort-Räume zugänglich und unterscheidbar zu machen

Michael Blanz
Grenzen zu setzen bedeutet, der eigenen Natur Raum zu geben. Es bedeutet, sich über eigene Bedürfnisse, Wünsche und Anliegen klar zu sein.

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