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Überflutung

  • By Michael Blanz

Überflutung (Glossarbegriff) – Gedankenfühlen

Überflutung bezeichnet im Gedankenfühlen-Modell den Zustand, in dem der Innenraum oder der Wir-Raum mehr Ladung und Spannung aufnehmen muss, als seine aktuelle Kapazität halten kann. Dann verliert das System Wahlfreiheit: Denken wird eng, Fühlen wird zu viel, Sprache kippt in Wahrheit oder Abwehr – und der Körper übernimmt.

Kurzform:

Überflutung ist: zu viel, zu schnell, zu nah – für die aktuelle Kapazität.


1) Woran Überflutung erkennbar ist

Typische Zeichen (je nach Person verschieden):

  • Gedanken rasen oder brechen ab („Blackout“)
  • starke Körperreaktionen: Enge, Herz, Zittern, Hitze, Übelkeit
  • Drang, sofort zu reagieren: Angriff, Rechtfertigung, Flucht, Rückzug
  • „Ich kann nicht mehr zuhören“ / „Ich muss hier raus“
  • Sprache wird hart: immer/nie, Schuld, Beweisführung
  • später: starkes Echo (Looping, Nachhall, Erschöpfung)

Im Wir-Raum wirkt Überflutung oft wie Eskalation oder wie „zumachen“.


2) Warum Überflutung passiert (Gedankenfühlen-Logik)

Überflutung entsteht, wenn diese Kombination zusammenkommt:

  • hohe Ladung (Thema ist existenziell: Würde, Zugehörigkeit, Angst, Scham)
  • hohe Spannung (Druck, es jetzt lösen zu müssen)
  • geringe Kapazität (Stress, Müdigkeit, Trigger, fehlender Rahmen)
  • enger Wir-Rahmen (kein Dürfen, keine Pause, keine Grenzen)

Dann wird aus Kommunikation ein Sicherheitskampf: Das System will die Überflutung stoppen – egal wie.


3) Überflutung ≠ „zu empfindlich“

Überflutung ist kein Charakterfehler. Sie ist ein Regulationssignal: Der Raum ist gerade zu klein für das, was hinein will.

Und sie ist zustandsabhängig:

  • Schlaf, Hunger, Stress, Hormone, Krankheit, Alkohol etc. können Kapazität senken.
  • Ein sicherer Rahmen kann Kapazität erhöhen.

4) Überflutung im Wir-Raum: häufige Missverständnisse

  • Die eine Seite eskaliert („endlich verstehen!“)
  • die andere friert ein oder zieht sich zurück („zu viel!“)

Beide sind oft im selben Prozess: Überflutung, nur mit unterschiedlichen Schutzstrategien.

Das hilft, Schuld zu reduzieren und den Raum zu rahmen:

Es geht nicht darum, wer recht hat – sondern ob der Raum das gerade halten kann.


5) Was hilft sofort (akut) – ohne Therapie-Sprech

Ziel: Kapazität wieder herstellen, Echo verhindern.

A) Stopp + Zeitrahmen

  • „Ich bin überflutet. Ich brauche 20 Minuten. Ich komme zurück.“

B) Körper runterregeln

  • Wasser, frische Luft, kurz gehen
  • langsamer Ausatmen (verlängerte Ausatmung)

C) Rahmen vereinfachen

  • ein Thema, ein Satz, ein Schritt
  • keine Vergangenheitsliste
  • keine Beweise, keine Vorwürfe

D) Dürfen aktivieren

  • „Du darfst Pause machen.“
  • „Wir müssen das nicht jetzt lösen.“

6) Überflutung vorbeugen (langfristig)

  • Früher erkennen (Körperzeichen als Frühwarnsystem)
  • Grenzen (Ton/Timing)
  • Struktur (Zeitfenster, Ziel des Gesprächs)
  • Reparatur (Abschluss statt Looping)
  • Integration (Ladung wird beweglicher, Kapazität steigt)

Kurzform

Überflutung ist im Gedankenfühlen ein Kapazitätsüberschuss: Ladung und Spannung sind größer als der aktuell haltbare Raum. Sie zeigt sich als Eskalation, Rückzug, Blackout oder Beweismodus – und braucht nicht mehr Argumente, sondern weniger Tempo, klaren Rahmen, Pausen, Grenzen und Reparatur, damit der Wir-Raum wieder tragfähig wird.

1) Gedankenflut (Overthinking)

Definition (Gedankenfühlen):
Gedankenflut ist eine Überaktivierung des Bedeutungs- und Kontrollsystems. Der Kopf produziert Ketten aus Erklärungen, Szenarien und Beweisen, um Unsicherheit zu reduzieren. Es ist häufig ein Versuch, Sicherheit über Verstehen zu erzwingen.

Typische Merkmale

  • „Was bedeutet das? Was, wenn…?“ in Endlosschleife
  • inneres Argumentieren, Rechtfertigen, Planen
  • ständig neue Details, keine Landung
  • körperlich oft: Druck im Kopf/Brust, Unruhe, Schlafprobleme
  • fühlt sich an wie „Ich muss das lösen, sonst…“

Emotionales Flooding (Emotions-Überflutung, „Drama“)

Definition (Gedankenfühlen):
Emotionales Flooding ist eine Überaktivierung des Ladungs- und Alarm-Systems. Gefühle werden so stark, dass Sprache, Timing und Beziehungskontakt instabil werden. „Drama“ ist dabei nicht moralisch gemeint, sondern beschreibt oft: Die Emotion übernimmt die Bühne.

Typische Merkmale

  • Tränen/Wut/Panik schießen hoch
  • Stimme, Ton, Tempo kippen
  • „Immer/nie“, Beziehungsbedrohung, Forderung oder Zusammenbruch
  • körperlich oft: Herzrasen, Enge, Zittern, Hitze, Freeze
  • später: Echo (Scham, Kreisen, Erschöpfung)

Was passiert im Raum?

  • Der Raum wird emotional geflutet: Kapazität wird überschritten.
  • Das System sucht Not-Ausgänge: Angriff, Rückzug, Kollaps.
Michael Blanz
Grenzen zu setzen bedeutet, der eigenen Natur Raum zu geben. Es bedeutet, sich über eigene Bedürfnisse, Wünsche und Anliegen klar zu sein.

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