Selbstregulationsfähigkeit

Selbstregulationsfähigkeit ist im Gedankenfühlen-Modell die praktische Kompetenz, den eigenen Zustand so zu beeinflussen, dass der Innenraum tragfähig bleibt: Ladung wird spürbar, Spannung wird haltbar, Impulse werden wählbar. Selbstregulation ist die Grundlage dafür, dass Worte Werkzeuge bleiben und nicht zu Waffen werden.
Kurzform:
Selbstregulation ist die Fähigkeit, im eigenen Raum zu bleiben – auch wenn es eng wird.
1) Woran man Selbstregulation erkennt
- Du kannst merken: „Ich werde eng/laut/schnell.“
- Du kannst pausieren, bevor du reagierst.
- Du kannst fühlen, ohne zu überfluten.
- Du kannst denken, ohne in Gedankenflut zu kippen.
- Du kannst im Wir-Raum bleiben, ohne zu dominieren oder zu verschwinden.
2) Selbstregulation heißt nicht „alles allein schaffen“
Im Modell ist Regulation oft zweistufig:
- Selbstregulation (ich kann mich beeinflussen)
- Co-Regulation (der Wir-Raum hilft mir, mich zu stabilisieren)
Beides gehört zusammen: Menschen lernen Regulation häufig zuerst in Beziehung (Kindheit), später kann man sie bewusster trainieren.
3) Die Bausteine der Selbstregulation (Gedankenfühlen-Logik)
- Gewahrsein: den Zustand früh erkennen
- Tempo: verlangsamen, dosieren
- Körperkontakt: atmen, spüren, erden
- Bedeutung entmachten: Interpretation ≠ Wahrheit
- Grenze + Abschluss: Stopp, Pause, Rückkehr, Klärung in Schritten
4) Verhältnis zu Ladung und Spannung
- Ladung ist das „Material“ im Raum (emotional eingefärbte Bedeutung).
- Spannung ist der Druck, der daraus entsteht.
- Selbstregulation ist die Fähigkeit, beides so zu führen, dass Handlung möglich bleibt.
1 Satz, der beide verbindet
Verantwortung ist die Haltung: „Das ist mein Raum.“
Selbstregulation ist die Fähigkeit: „Ich kann meinen Raum führen.“

